Papa in Elternzeit – Plan und Wirklichkeit

Es ist Dienstag, ich sitze mitten am Tag in einem Café im Herzen Köpenicks und trinke einen Chai Latte. Dazu gibt es glutenfreien Käsekuchen (der ist der Hammer!) und das, obwohl ich nicht intolerant bin. Mein Pullover und auch meine Hose sind voller Flecken, aber typisch Mann besitze ich nur zwei Hosen, daher muss es mir egal sein. Mein Kind spielt irgendwo in der recht großen Spielecke (ja, ich habe es im Blick!) und ich sitze mit meinem Laptop hier und schreibe. Das alles zusammen ergibt: Elternzeit.

Ein Papa in Elternzeit schreibt über die Pläne und wie deren Umsetzung gelingt. Inklusive Möbelaufbereitung.

Ich habe Elternzeit

Genau, ich habe Elternzeit. Zwei Wochen sind bereits vorbei, ca. sechs liegen noch vor mir. Oder uns. Das Kind zählt natürlich auch. Und meine Frau auch. Die ist nämlich auch zuhause. Und so haben wir endlich mal gemeinsam Elternzeit und können sie auch wirklich gemeinsam nutzen. Nicht so, wie die letzten Male, wo nebenbei Seminare besucht und Abschlussarbeiten geschrieben wurden.

Das Kind ist im Eltern-Kind-Café, whrend Mama und Papa mal ein wenig zur Ruhe kommen. Elternzeit ist nicht gleich Urlaub!

Nein, diesmal haben wir gemeinsam zwei Monate Elternzeit und wir haben einiges vor. Einmal pro Woche soll es ins Eltern-Kind-Café gehen. Zum Familienfrühstück wollen wir auch. Krabbelgruppen nicht zu vergessen. Die großen Kinder sollen natürlich auch nicht zu kurz kommen. Und Urlaub wäre toll. Einfach mal ein paar Tage raus aus der Stadt…

Willkommen in der Realität

Soweit die Pläne. Die Umsetzung sieht derzeit etwas anders aus. Das liegt unter anderem daran, dass die Tage weitaus kürzer sind, als es sich anhört. Die zwei großen Kinder müssen morgens in die Schule bzw. den Kindergarten gebracht und nachmittags abgeholt werden. Nicht zu vergessen die Nachmittagsprogramme wie Musik und Sport. Außerplanmäßig kommen (Zahn-)Arzttermine hinzu, sowohl bei uns als auch den Kindern. Effektiv bleiben also eine Stunde am Vormittag, vielleicht zwei am Nachmittag, bevor man wieder zu irgendeinem Termin unterwegs ist.

Ein Schrank kommt selten allein

Doch auch ein anderer Grund bringt unsere Pläne etwas durcheinander. Wir haben nämlich kurzfristig beschlossen, die Elternzeit auch zu nutzen, um Platz zu schaffen (fünf Personen in einer 3-Raum-Wohnung – oje…). Und Möbel zu ersetzen. Und eine Werkstatt einzurichten (die „Papa baut“-Kategorie ist nämlich noch ziemlich leer). Meine Frau „besorgt“ uns also einen Schrank nach dem anderen bei verschiedenen Online-Plattformen und ich fahre dann los, inspiziere und transportiere. Währenddessen werden zuhause Schränke ausgeräumt und verkauft und deren Inhalte rigoros durchsortiert, verkauft und verschenkt.

In der Elternzeit werden von Mama und Papa Möbel umgestaltet und Platz geschaffen, damit es für alle wohnlicher wird. Hier ein Vorher-Nachher-Vergleich.

Und natürlich sind wir ehrgeizig, das heißt, die Schränke werden von uns erstmal bearbeitet. Im einfachsten Fall gereinigt, in schweren Fällen abgebeizt (Mama) oder abgeschliffen (Papa), danach lackiert, gewachst oder geölt (alles Mama), Schadstellen ausgebessert (Papa). Das kostet Zeit (Mama und Papa). Das Kind, welches der Grund für die Elternzeit ist, wuselt währenddessen im Chaos herum, zerpflückt sorgsam sortierte Wäschestapel und verteilt ungekochte Nudeln in der Wohnung. Zwischendurch wird gekuschelt, Windeln gewechselt und die Bauch- oder Rückentrage ausgiebig genutzt.

Das ist doch keine Elternzeit!

Klingt vermutlich merkwürdig, die Elternzeit so zu verbringen. Aber letztendlich erhoffen wir uns einen nachhaltigen Effekt. Mehr Ordnung, mehr Platz, mehr Wohlbefinden. Und uns macht es ehrlich gesagt sehr viel Spaß, gemeinsam zu werkeln. Das Lob von Freunden und Verwandten beim nächsten Besuch ist aber auch nicht zu verachten 😉

Und natürlich kommen die Kinder nicht zu kurz. Wir versuchen sie, regelmäßig früh abzuholen oder mit ihnen Freunde zu besuchen. Auch Krabbelgruppen und Frühstücksrunden wurden bereits besucht. Die Großen haben je einen Wunschtag pro Woche und das Jüngste bekommt sowieso alles, was es möchte. Und wenn das Wetter es endlich hergibt, werden wir auch draußen so einiges unternehmen. Aber bis dahin müssen die Schränke stehen. Das sollte bei der aktuellen Wetterprognose aber nicht das Problem sein…

Also schauen wir mal, was die nächsten Wochen noch bringen. Ich werde berichten.

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